Neubau in den Metropolen wird zunehmend unerschwinglich

Jinny Verdonck

11. November 2021

Für einen durchschnittlichen Bürger ist es in den deutschen Metropolen mittlerweile nahezu unmöglich geworden, sich eine Wohnimmobilie im Neubau leisten zu können. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Immoverkauf24.

Laut der Studie ist die Schere zwischen den Neubau-Wohnungspreisen und dem Einkommen 

im coronabedingten Jahr 2020 noch weiter auseinandergegangen. Dies gilt für die deutschen Metropolen München, Berlin, Köln, Frankfurt und Hamburg. Während die Einkommen stagnieren, steigen die Preise. Die Studie basiert auf den Daten von Gutachterausschüssen und die Einkommensanalysen der Bundesagentur für Arbeit.

In München vergrössert sich die Kluft

In München ist die Kluft zwischen dem Einkommen der Bewohner und den Preisen für Neubauten am größten. An zweiter und dritter Stelle stehen Berlin und Hamburg. Wer in München eine neue Eigentumswohnung kaufen möchte, musste im Jahr 2020 mit durchschnittlich 9.250 Euro pro Quadratmeter rechnen. Verglichen mit dem Jahr zuvor entsprach dies einem Plus von etwa 7 %. Seit dem Jahr 2015 sind die Preise sogar um ca. 47 % gestiegen. In München verdienen die Bewohner das höchste Gehalt aller deutschen Metropolen. Das durchschnittliche Bruttoeinkommen in München liegt bei 4.566 Euro monatlich. Dennoch reiche dieses Einkommen noch nicht einmal aus, um die Hälfte des Quadratmeterpreises zu zahlen. Das Bruttoeinkommen der Münchner konnte im Jahr 2019 noch 52 % des Durchschnitts-Quadratmeterpreises decken. Während das Einkommen im Jahr 2019 in München um 3,8 % in die Höhe geklettert ist, stieg es im Jahr 2020 nur noch um 2,1 %. 

Das Einkommen kann mit den hohen Preisen nicht mithalten

Obwohl das Einkommen gut ist, sind die Preise dennoch zu hoch. Wer in Frankfurt wohnt, verdiente im Jahr 2020 durchschnittlich 4.486 Euro monatlich. Doch das Jahr 2020 verzeichnete nur einen Anstieg des Einkommens um 1,2 %, während es im Jahr 2019 noch 2,9 % waren. Währenddessen musste im Jahr 2020 für eine Neubauwohnung in Frankfurt durchschnittlich 7.650 Euro pro Quadratmeter auf den Tisch gelegt werden. Dies ist nach München der zweithöchste Quadratmeterpreis. Seit dem Jahr 2015 sind die Preise für Neubau um 77,5 % in die Höhe geklettert. Das Bruttoeinkommen in Frankfurt deckt zu 59 % den Quadratmeterpreis für Neubau ab. Im Jahr 2019 wurden mit dem Einkommen noch 64 % abgedeckt, während es in 2015 sogar noch 93 % waren.

Einkommen in Berlin am niedrigsten

In der deutschen Hauptstadt lag der Quadratmeterpreis für Neubau im Durchschnitt bei 6.613 Euro. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem Preisanstieg um 4,3 %. Im Jahr 2015 kostete der Quadratmeter noch 3.967 Euro und seitdem registrierten Neubauten einen Preisanstieg um 66,7 %. Das Einkommen war mit durchschnittlich 3.484 Euro monatlich in Berlin am niedrigsten verglichen mit den anderen analysierten Metropolen. Seit 2015 verzeichnete das Bruttoeinkommen in Berlin ein Plus um 17 %. Während es aber im Jahr 2015 noch möglich war mit dem Einkommen 75 % des Quadratmeterpreises abzudecken, waren es 2020 nur noch 53 %.

Hamburg und Köln

In Hamburg sind die Einkommen nur geringfügig gestiegen, während die Kaufpreise stark nach oben geklettert sind. Im Jahr 2020 konnte das durchschnittliche Bruttoeinkommen eines Hamburgers 56 % des Quadratmeterpreises abdecken, während es im Jahr 2015 noch 70 % waren. Gestiegen sind die Einkommen seitdem nur um 10,8 %. 

In Köln sind die Einkommen im Jahr 2020 mit 0,8 % am wenigsten gestiegen, während die Quadratmeterpreise stark gewachsen sind. Dennoch konnten die Kölner mit einem durchschnittlichen Einkommen 70 % des Durchschnittspreises pro Quadratmeter bezahlen. Im Jahr 2019 waren es jedoch noch 76 % und in 2015 sogar 95 %.